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  • Die Reizschwelle - die Wahrnehmung hat ihre Tücken

     

    In unserem Leben prasseln permanent Reize auf uns ein. Es gibt Reize in unserer Umwelt, die wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen, aber auch Reize in unserem Körper.

    Reize, die unter e- ... weiterlesen...

    Die Reizschwelle - die Wahrnehmung hat ihre Tücken

    Die Reizschwelle - die Wahrnehmung hat ihre Tücken

     

    In unserem Leben prasseln permanent Reize auf uns ein. Es gibt Reize in unserer Umwelt, die wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen, aber auch Reize in unserem Körper.

    Reize, die unter einer individuellen Schwelle liegen, gelangen nicht in unser Bewusstsein und bleiben uns dadurch verborgen. Sie können sich das ganze wie einen Eisberg vorstellen. Das, was über der Wasseroberfläche zu sehen ist, sind die Reize, die es in unser Bewusstsein geschafft haben. Aber unter der Wasseroberfläche liegt noch sehr viel mehr. Reizschwelle Coaching AchtsamkeitAll die Reize, die das Gehirn von unserem Bewusstsein fern hält, um es nicht mit Dingen zu belasten, die für unser Leben und Überleben nicht notwendig sind. Diese Reizschwelle schützt uns also davor, das Gehirn zu überlasten.

    In unserer modernen Zeit sind visuelle und akustische Reize quasi omnipräsent. Die Stadt ist voll mit Leuchtreklamen, Bildschirmen und Infotafeln, die blinken oder Geräusche machen. Zu allem Übel ist auch unser Handy immer dabei, was dazu führt, dass unser Gehirn kontinuierlich in hohem Maße Reizen ausgesetzt ist. Das Gehirn beginnt also, die innere Reizschwelle immer höher zu setzten, um nicht permanent mit Eindrücken überflutet zu werden. Es hält die meisten der Reize für zu unwichtig, um sie überhaupt in unser Bewusstsein vordringen zu lassen. Dabei gehen leider auch Wahrnehmungen verloren, die eigentlich wichtig für uns sein könnten.

    Zum Beispiel nehmen wir weniger wahr, was in uns vor sich geht. Was fühle ich gerade? Empfinde ich Freude, Angst, Traurigkeit, Wut oder Scham?

    Spüre ich auch körperliche Reaktionen wie Entspannung oder Anspannung, die auf diese Gefühle zurückzuführen sind? Merke ich, wie schnell mein Puls geht, wie schnell die Atmung und ob meine Gedanken sprunghaft oder fokussiert sind?

    Auch wie wir unser Gegenüber wahrnehmen kann darunter leiden. Welche Mimik zeigt mein Gesprächspartner? Welche Körperhaltung nimmt er im Gespräch ein? Welche Augenfarbe hat er?

    Sowohl die Eigenbeobachtung, als auch die Beobachtung der Umwelt können wichtige Informationen geben, die das Zusammenleben mit sich selbst, aber auch mit anderen Maßgeblich beeinflussen.

    Wenn ich gar nicht wahrnehme, dass ich gerade unsicher bin, kann ich auch eine eventuelle körperliche Reaktion nicht einordnen. Und spüre ich überhaupt, dass mein Körper auf etwas reagiert?

    Auch unser Interesse bezüglich eines Themas beeinflusst, ob und wie wir Dinge wahrnehmen. Ein hohes Interesse suggeriert dem Gehirn, dass es sich wohl um etwas wichtiges handeln muss. Das heißt, wenn mich etwas nicht interessiert, ist mein Gehirn auch nicht so aufmerksam, wie es sein könnte. Viele kennen das noch aus dem Mathematikunterricht…

    Wir sind in der Lage, unsere Reizschwelle zu verändern. Durch intensives und fokussiertes Beobachten unseres Körpers und unserer Umwelt, können wir unser Gehirn dazu bringen, sich dieser Dinge bewusster zu werden. Sich intensiver mit sich selbst, aber auch mit anderen zu beschäftigen.

     

    Dazu folgende Übung:

    Schalten Sie alle Reize ab, die Sie abschalten können. Dazu gehört der Fernseher, das Radio und vor allem das Handy.

    Nehmen Sie die Ruhe bewusst wahr. Und vor allem, welche Geräusche es dennoch gibt. Hören Sie Straßenlärm? Hören Sie das Ticken einer Uhr? Das zwitschern eines Vogels?

    Dann konzentrieren Sie sich auf sich. Welche Gefühle sind da in Ihnen? Sind Sie besonders angespannt oder locker? Scannen Sie Ihren ganzen Körper einmal von oben bis unten und machen Sie sich so viel wie möglich bewusst. Wie geht Ihre Atmung?

    Wenn Sie das getan haben, begeben Sie sich an einen öffentlichen Platz (Ubahn, Fußgängerzone). Beobachten Sie Ihre Mitmenschen, welchen Gesichtsausdruck haben sie, welche Haltung. Versuchen Sie sich einzufühlen. Was könnte der Mensch dort gerade denken? Wohin ist er wohl unterwegs? Und woran sehen Sie das? Zu guter Letzt überlegen Sie, was das mit Ihnen macht? Macht Sie der Gesichtsausdruck betroffen? Welches Gefühl kommt bei Ihnen, wenn Sie einen lachenden Menschen sehen, oder streitende Kinder?

    Um sich Ihrer Selbst noch bewusster zu werden empfehlen wir Ihnen die geführten Meditationen sowie die Achtsamkeitsübungen in unserem Lernbereich.

     

    Geschrieben von Karolin Gosda, März 2019

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  • Habe gehört Ihre Teamentwicklungen sind hervorragend, aber was genau machen Sie da eigentlich? Im Gespräch mit einem Abteilungsleiter...

     


    Im Gespräch mit einem Abteilungsleiter kam heraus, dass diesem noch nicht genau klar war, wie eine pferdegestützte Team-Entwicklungsmaßnahme „für seine Haudegen“ wirklich greifen könne.

    So erzäh- ... weiterlesen...

    Habe gehört Ihre Teamentwicklungen sind hervorragend, aber was genau machen Sie da eigentlich? Im Gespräch mit einem Abteilungsleiter...

    Habe gehört Ihre Teamentwicklungen sind hervorragend, aber was genau machen Sie da eigentlich? Im Gespräch mit einem Abteilungsleiter...

     


    Im Gespräch mit einem Abteilungsleiter kam heraus, dass diesem noch nicht genau klar war, wie eine pferdegestützte Team-Entwicklungsmaßnahme „für seine Haudegen“ wirklich greifen könne.

    So erzählte ich Ihm die in der Coaching- und Persönlichkeitsentwicklungsszene gerne verwende Geschichte des Jungen, der sich mit der Kraft seiner Gedanken bzw. seines Mindsets auseinandersetzte.

    Die Geschichte lautet in etwa wie folgt:

     

    Ein Junge fragte einen Indianerhäuptling wie er mit der Unterschiedlichkeit bzw. Polarität seines Denkens umgehen solle und bekam die folgende Antwort:

    „Mein Junge, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen.

    Der eine Wolf kämpft mit Neid, Zorn, Missgunst, Arroganz, destruktiven Vergleichen, Gier, Selbstmitleid und Egoismus.“ (=Anteile des niedereren Selbst).

    „Der andere kämpft mit Transparenz, Liebe, Integration schwieriger Anteile, Zuversicht, Mitgefühl/Empathie und Wahrheit“. (=Anteile des Höheren Selbst).

    Der Junge wollte wissen, welcher der beiden den nun gewinne, woraufhin der Häuptling antwortete: „Den, den du fütterst.“

     

    Aber noch ist es nur eine Geschichte, welche voraussichtlich nach 3 Tagen im See des Vergessens landet.

    Jetzt kommen die Pferde mit Ihrer feinen Wahrnehmung ins Spiel. Diese spüren, aus welchem Antreiber oder aus welchem Selbst-Anteil heraus der Mensch vor ihm handelt.

    Und je nachdem, wie stimmig dieses Verhalten auf die Pferde wirkt, reagieren sie mit Vertrauen/Motivation oder Misstrauen/innerer Kündigung/Flucht.


    Hier passt das Zitat einer Kundin sehr gut: „Mit den Pferden komme ich in Selbsterfahrung und werde mir meiner inneren Anteile bewusst. So kann ich lernen die Anteile in mir zu aktivieren, die hilfreich für einen intensiven und bereichernden (Pferde-) Kontakt sind, und über die Reaktion des Pferdes prüfen, welche Kraft diese Veränderungen haben.“

    Und dabei geht es nie darum Pferdeprofi zu werden oder das Pferd „überzeugen zu müssen“, sondern um die durch die Arbeit mit dem Pferd nun viel tiefer verankerte Lern- und Selbstreflektionserfahrung.

    Unsere Coachingarbeit besteht vor allem darin, genau diese Erfahrungen in den Gesprächen mit dem Team im Seminarraum auf  den Punkt zu bringen und einen bereichernden Transfer in den (Firmen-) Alltag zu schaffen.

     

     

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  • Warum Sie Ihr Gehirn wie einen Welpen behandeln sollten…

     

    Stellen Sie sich vor, sie haben einen kleinen Welpen. Sie müssen zum Briefkasten, weil Sie wichtige Post erwarten und lassen den kleinen kurz alleine in der Wohnung.
    Als Sie zurückkommen, kaut Ihr W- ... weiterlesen...

    Warum Sie Ihr Gehirn wie einen Welpen behandeln sollten…

    Warum Sie Ihr Gehirn wie einen Welpen behandeln sollten…

     

    Stellen Sie sich vor, sie haben einen kleinen Welpen. Sie müssen zum Briefkasten, weil Sie wichtige Post erwarten und lassen den kleinen kurz alleine in der Wohnung.
    Als Sie zurückkommen, kaut Ihr Welpe genüsslich auf dem Wildlederschuh, den Sie sich gerade erst geleistet haben. Was tun Sie?
    Sie nehmen dem Hund den Schuh weg, schimpfen ihn vielleicht und möchten ihm irgendwie erklären, dass das Herumkauen auf einem Ihrer Schuhe nicht erlaubt ist.
    Wenn es gut läuft geben Sie Ihrem Schützling also einen liebevollen und klaren Rahmen für sein Handeln vor, bieten vielleicht sogar eine Alternative zum zuvor destruktiven Verhalten (Z.Bsp. einen Kauchknochen), so dass sie sich beide wohl fühlen können.
    Was Ihnen beim Welpenbeispiel voraussichtlich noch völlig logisch erscheint, können wir in einen Bezug setzten zu dem, was Ihr Gehirn mit Ihnen im Alltag so veranstaltet.

    Was machen Sie, wenn Ihnen Ihr Gehirn vorgaukelt, dass es ja mittlerweile wirklich genug Beweise gibt, dass Sie z.B. nicht clever genug, nicht liebenswürdig, nicht schwingungsfähig oder was auch immer (nicht) sind und es auch genauso verdient haben und damit jetzt halt leben müssen bis zum Sankt Nimmerleinstag?
    Oder was machen Sie mit Ihrem Gehirn, wenn dies ihnen wieder einmal ein Schnippchen schlägt und deshalb z.B. die (Hirn)Faulheit siegt und Sie vor dem Fernseher landen, statt mit dem Buch in der Hand?

    Höchst wahrscheinlich bäumen Sie sich kurzzeitig innerlich gegen den Gedanken oder die eigentlich ungewünschte Handlung auf und nehmen es dann doch hin. Vielleicht glauben Sie wirklich daran, dass Ihr Gehirn recht hat, vielleicht auch nicht.

    Wie viele paar Schuhe würden Sie sich von Ihrem Welpen zerkauen lassen? Und wird das Abgewöhnen dieser ungeliebten und teuren Eigenschaft schwerer oder einfacher, wenn Ihr Welpe bereits 20 oder 30 Paar Schuhe zerkaut hat ohne eine liebevolle Begrenzung von Ihnen zu erfahren?
    Je öfter ihr Gehirn damit durchkommt, desto tiefer verankert sich der „Glaubenssatz“, dass es wirklich so ist und auf keinen Fall anders gehen könnte. Es sammelt förmlich die Beweise und wedelt vor Ihrem inneren Auge damit herum, wenn Sie es doch einmal anders probieren wollen.

    Die Gute Nachricht ist, dass Glaubenssätze überprüft werden können und Sie sich so sozusagen an den eigenen Haaren aus dem Schlamassel ziehen können.
    Im Coaching spricht man von „Selbstführung“ und wird mittlerweile wie der heilige Gral für Führungskräfte gehandelt, denn ohne konstruktive Selbstführung der Führungskraft wird auch das Team nie die volle Wirkungskraft entwickeln.

    Achten Sie doch einmal 2 Stunden darauf, was Sie hinter den (Gehirn-)Kulissen so treiben, während Sie Ihr Alltagsleben führen und fragen sich immer wieder neu: ist es gerade mein innerer Welpe, der hier die Entscheidungen trifft, oder zeige ich gerade die SelbstFührungsKraft einer Raubkatze auf der Jagd.

    Und je öfter Sie dem Welpen das Gegenteil beweisen, desto stärker wird ihre konstruktive Kraft, desto leichter etablieren Sie neue Gewohnheiten und so wachsen über sich selbst hinaus.

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  • Nachwuchführungskräfteentwicklungen, Teamentwicklungen & Coachings mit Pferden? Hier eine Erklärung.

     

    Stellen sie sich vor Sie haben einen gegenüber, der sich nicht durch maskenhaftes Verhalten oder Statusobjekte manipulieren oder einschüchtern lässt.

    Und jetzt holen sie sich gedanklich als Stei- ... weiterlesen...

    Nachwuchführungskräfteentwicklungen, Teamentwicklungen & Coachings mit Pferden? Hier eine Erklärung.

    Nachwuchführungskräfteentwicklungen, Teamentwicklungen & Coachings mit Pferden? Hier eine Erklärung.

     

    Stellen sie sich vor Sie haben einen gegenüber, der sich nicht durch maskenhaftes Verhalten oder Statusobjekte manipulieren oder einschüchtern lässt.

    Und jetzt holen sie sich gedanklich als Steigerung ein Gegenüber herbei, den langfristige Versprechungen kalt lassen und nur die Hier-und-Jetzt-Beziehung zählt.


    Dann wird es echt.
    Dann werden die eigenen Stärken und Ausbaupotentiale schnell erlebbar.

    ...

    Reicht noch nicht?
    Wie wäre es mit einem Gegenüber, der hinschaut was zwischen den Zeilen ausgedrückt wird, der auf Körpersprache achtet, dem Vertrauen wichtig ist... Und auch bereit ist alles zurückzugeben.


    Hier das Zitat eines Einzelcoaching-Kunden:
    "Martin Pröttel greift mit seinen (pferdegestützten) Coachingseminaren und Teamentwicklungen tief in die Trickkiste, um seinen Klienten und Auftraggebern eine möglichst nachhaltige und authentische Lern- und Entwicklungschance zu bieten."

    Das gefällt mir, denn Ziel ist die Bewusstwerdung und Weiterbearbeitung der eigenen Handlungsstrategien hinsichtlich Körpersprache und Denkverhalten. So bieten sich am Pferd oder in der Kleingruppe zahlreiche Möglichkeiten, mit dem eigenen Verhalten zu experimentieren und sich neue Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

    Martin Pröttel
    November 2017

     

     

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  • Achtsamkeit - eine Anleitung

     

    Wie Achtsamkeit einem das Leben versüßen oder versauern kann

     

    Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit jagst du den Alltag und die Sorgen weg.“ Der Bär Balu aus „Das Dschun- ... weiterlesen...

    Achtsamkeit - eine Anleitung

    Achtsamkeit - eine Anleitung

     

    Wie Achtsamkeit einem das Leben versüßen oder versauern kann

     

    Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit jagst du den Alltag und die Sorgen weg.“ Der Bär Balu aus „Das Dschungelbuch“ wusste schon in den 60er Jahren, was ihm gut tut. Wieso ist also ein Bär „schlauer“ als ein Mensch und was hat die omni präsente Achtsamkeit damit zu tun?

     

    Mein erster Einstiegspunkt, wenn ich mich über ein Thema informieren möchte ist, ich gehe zu Google. Wenn ich also den Begriff „Achtsamkeit“ bei Google eingebe, bekomme ich an die sieben Millionen Treffer. Sieben Millionen!

     

    Und was für spannende Sachen, es da gibt: Abnehmen mit Achtsamkeit, Rauchen aufhören mit Achtsamkeit, zum inneren Glück mit Achtsamkeit, verkaufen mit Achtsamkeit, etc. pp. Die „Zeit“ hat sogar dieses Jahr einen Artikel veröffentlicht in dem es darum ging, dass Achtsamkeit der neue Egoismus ist.

     

    Hmmm, okeeeeyyy.

     

    Für mich bedeutet Achtsamkeit, zu wissen, was mir gut tut, auf was ich meinen Fokus lege und wohin meine Energie geht. Und das habe ich gelernt mit vielen Versuchen, Scheitern und wieder Aufstehen und weitermachen.

     

    Und das Scheitern sah dann so aus:

     

    Ich saß in meinem Büro Job am Telefon und bekam gerade den ungefilterten Stress von meinem Chef ab. Ich war in unserem kleinen dreier Büro sehr lärm empfindlich geworden über die Jahre und die Tür zum Gang war zu. Während meines Telefonat öffnete mein absoluter Lieblings Kollege die Tür und unterhielt sich noch mit jemanden der vorbeiging. Das heißt also: ich nervigen Chef im Ohr und Geräusch Kulisse zu 100% gestiegen.

     

    Und sofort war ich im Kampf oder Flucht Modus. Im Kampf Modus geht das Adrenalin im Körper hoch (man sieht rot), die Atem Frequenz verkürzt sich, Cortisol schiesst durch den Körper und der Stress ist da. Es kommt zu Affekthandlungen.

     

    Und genau in diesem Affekt, warf ich einen Stift in Richtung Tür. Weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. Und wie der Zufall es so will, genau in dieser Situation konnte ich treffen und zielen.

     

    Meinem armen Kollegen genau an den Kopf, auf die Brille – die heil bleib.

    Völlig verdutzt und verärgert schlug er die Tür zu und marschierte ab.

     

    Ich lief vor Scham rot an und hätte am liebsten geheult. Nach dem Telefonat mit meinem Chef, bin ich natürlich sofort zu meinem Kollegen ins Büro und hab mich 1000 Mal entschuldigt. Mir ist die ganze Situation noch heute sehr peinlich.

     

    Drei Jahre später und raus aus dem Bürokonstrukt, hätte ich für die Situation folgende Lösung an mich selber: erstmal tief durch atmen, Augen Kontakt mit meinem Kollegen an der Tür aufnehmen und ihm ein Zeichen geben, dass ich am Telefon bin.

     

    Der Kampf-Flucht Modus kommt übrigens aus der Zeit, wo wir Menschen noch in der Steinzeit unterwegs waren. Wenn uns damals ein Säbelzahn Tiger angriff, gingen wir sofort in den Kampf oder Flucht Modus. Dieser Modus wird übrigens in der Stressforschung auch noch um den Freeze, also einfrier/totstell- Modus erweitert. Das ist dann der Moment, wenn man so erschrickt über etwas, dass man ganz starr wird.

     

    Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf Stress und alles ist auch von der persönlichen nervlichen Konstitution abhängig. Beim Lesen meines peinlichen Stiftwurf-Erlebnisses werden Sie wahrscheinlich lachen, lieber LeserIn. Für mich war das Stress pur.

     

    Damit es Ihnen besser ergeht, habe ich unten acht Tipps für mehr Achtsamkeit im Büro.

    Alle von mir über die Jahre hin angewandt. Und mit unterschiedlichen Einstiegs Stufen.

     

    Acht Tipps für mehr Achtsamkeit am Arbeitsplatz

    Für Einsteiger:

    • Den Arbeitsplatz einfach mal verlassen.

    Das mag jetzt ein bisschen sehr einfach klingen, aber bevor ich mich in eine Aufgabe stürze, die wie ein riesiger Berg vor mir liegt, gehe ich gerne einmal in die Küche und hol mir einen Tee oder einen Kaffee. Noch besser funktioniert allerdings

     

    • Einen Spaziergang machen.

    Ich weiß, viele Menschen sind so eingespannt von den täglichen to-do Listen, dass Sie sich jetzt denken, ich habe keine Zeit, um einen Spaziergang zu machen. Es muss ja nicht eine Stunde sein, schon ein schneller Gang um den Block kann Wunder bewirken, um den Kopf frei zu pusten, neue Gedanken in den Kopf zu lassen, einfach mal RAUS aus dem oft hektischen Büroleben.

     

    • Beim Telefonieren stehen.

    Klingt auch irgendwie sehr einfach, funktioniert aber. Denn wenn ich beim Telefonieren stehe, komme ich nicht in Versuchung irgendwas nebenbei zu machen und bin voll und ganz für den Anrufer da.

     

    • Ein aufgeräumter und inspirierender Arbeitsplatz.

    Ich gestehe es, ich bin ein kreativer Chaot. Auf meinem Schreibtisch sah es jeden Tag aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Bis ich irgendwo mal einen schönen Satz gelesen habe, der in etwa so hieß wie „so wie es im Außen aussieht, sieht es auch in deinem Kopf aus“. Von da an habe ich meinen Schreibtisch aufgeräumt, nur das Nötigste steht nun noch drauf. Was auch immer super ist, sich für den nächsten Tag kurz aufschreiben, was zu tun ist. So nimmt man nichts im Kopf mit und startet quasi jeden Tag neu und aufgeräumt im Inneren und im Außen durch.

    Ich habe mir aus einer Zeitschrift auch die folgenden vier Sätze an die Wand gepinnt und wenn der Stress wieder allzu heftig wird, lese ich sie:

    Erstmal einen Kaffee / Sie werden mich schon nicht fressen / Morgen ist ein neuer Tag und auch das geht vorbei.

     

     

    Für einen mittleren Einstieg:

     

    • Digital detox.

    So sehr ich das Internet und mein Handy liebe, so sehr merke ich auch immer öfter, wie sehr mich dieses ständige berieseln durch den Informationsfluss z.B. durch Facebook, neue E-Mails, Anrufe, gefühlt ALLES ist immer zu JEDER Zeit verfügbar, von meinen eigenen Gedanken und Gefühlen weg bringt. Deshalb liegt mein Handy beim Spazieren prinzipiell zu Hause. Und beim Essen, esse ich Und schaue nicht noch schnell auf Facebook & Co. Und plötzlich schmeckt mir das Essen auch wieder und ich nehme bewusst wahr, was ich da auf dem Teller habe.

     

    • Mini Abenteuer im Alltag erleben.

    Hier geht es um das Ausbrechen aus dem täglich gleichen Trott: gleicher Weg zur Arbeit, an dem gleichen Stand Frühstück kaufen, mittags immer zum gleichen Italiener um die Ecke gehe, und so weiter und so fort. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und gehen gerne immer die gleichen Wege. Von Nachteil dabei ist, dass wenn wir immer das Gleiche tun – auch das Ergebnis immer das Gleiche ist.

    Deshalb sind Mini Abenteur im Alltag ein gutes Mittel um Neues zu erleben und somit sich aus seiner Komfortzone raus zu bewegen. Warum nicht einmal zwei U-Bahn-Stationen vorher aussteigen und den Weg nach Hause laufen, ohne Google Maps natürlich. Kann sein, dass man nach dem Weg fragen muss und es kann sein, dass man eine sehr nette Antwort und Hilfe bekommt. Oder mal ganz woanders hin gehen zum Mittag essen? Libanesisch oder mal zu einem Foodtruck?

     

    Für Profis:

    • Eine kleine (oder große) Meditation machen.

    Es gibt mittlerweile sehr viele Apps, wie z.B. 7Mind oder headspace (nur in Englisch, sollte man mögen), die kurze Meditationen anbieten. Hierzu suchen Sie sich bitte einen ruhigen Ort, an dem Sie keiner stört, Handy in den Flugmodus und los geht es. Ich habe in beeindruckender Art festgestellt, dass ich mich viel besser konzentrieren kann, und somit viel leistungsfähiger bin, wenn ich täglich meditiere. Ich weiß, dass Meditation noch immer bei vielen mit einem bisschen esoterischen Touch verknüpft ist. Das ist aber schon ein sehr alter Denkansatz, denn wenn schon ein „harter Knochen“ wie Clint Eastwood täglich meditiert, kann das nicht soooo verkehrt sein. Es geht bei meiner bzw. dieser Art der Meditation einfach darum für eine kurze (oder längere Zeit) sich auf seinen Atem zu konzentrieren und die Gedanken im Kopf zur Ruhe zu bringen.

     

    • Bewusste Entscheidungen für sich selber treffen.

    Wir haben immer (!) die Möglichkeit auf zwei Arten auf eine Situation zu reagieren. Geh ich jetzt z.B. auf den neusten Klatsch im Büro ein und lass mich völlig in den Negativstrudel von meinen KollegenInnen ziehen oder – und diese Variante gefällt mir besser, sogar viel besser, verlasse ich einfach die Situation mit einer gemurmelten Entschuldigung, ala „die Arbeit ruft“. Wer hier schon sehr mit sich selber im Reinen ist und großes Selbstbewusstsein besitzt, kann auch gerne den Satz sagen: Für dieses Gespräch stehe ich nicht zur Verfügung.

     

    Es gibt es eine alte indianische Geschichte dazu, an die ich mich immer gerne erinnere, wenn ich in so eine „Achtung, hier kommt Klatsch, negative Neuigkeiten, …“ Situation komme.

     

    Abends am Lagerfeuer erzählte ein alter Indianer seinem Enkelsohn von einem Kampf, der in seinem Inneren tobt.

    Er sagte: „Mein Sohn, dieser Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.“

    Der eine Wolf ist böse:

    Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

     

    Der andere Wolf ist gut:

     

    Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.

     

    Sein Enkel dachte einige Zeit über die Worte des Großvaters nach und fragte dann: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?“

     

    Der alte Cherokee antwortete: „Der den du fütterst!“

     

    Es geht darum, auf was wir den Fokus legen mit unseren Gedanken und Emotionen! Welchen Wolf in mir will ich Nahrung geben, wenn ich mir den neuesten Klatsch jetzt anhöre? Da der meiste Klatsch, meiner Erfahrung nach aus Angst entsteht, entscheide ich mich für den weißen Wolf und somit habe ich wieder die Macht zu entscheiden.

     

    Dieser Artikel ist in Form einer Lernenden Organisation zwischen Irene Kasapis und Martin Pröttel entstanden.

     

     

     


    Irene Kasapis:

    Wenn ich nicht gerade im Internet bin, findest Du mich beim Yoga oder im Grünen: Fahrrad fahren, Spazieren gehen oder ein Buch lesend. Ich koche und esse leidenschaftlich gerne vegetarisch. Meine geheime Leidenschaft sind Kreuzworträtsel. Ich liebe es den Geschichten von den verschiedensten Menschen zu lauschen. Und seit neuestem diese auch selber zu schreiben. Persönlichkeitsentwicklung, Yoga und Meditation haben mein Leben bereichert, geändert und gerettet.

     

     

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